Dankeschön

»Kantate« - so lautet das Thema der Bachtage 2022. Musikkenner denken zunächst an die mehrsätzigen Kirchenwerke, die Komponisten wie Buxtehude, Telemann oder Bach im Früh- und Hochbarock schufen. Vor allem in den ersten Jahren seiner Leipziger Zeit war das Tempo von Bachs Kantatenproduktion enorm. Meist musste er von einem Sonntag auf den anderen eine neue Kantate komponieren, die Noten für Sänger und Spieler herausschreiben, Proben abhalten (oft nur eine einzige) und schließlich das Werk im Gottesdienst musizieren. Nach dieser Aufführung verschwanden viele Kantaten für die nächsten 150 Jahre in der Schublade.

Schreibt man das Wort mit C, nämlich ”cantate“, wird daraus der Imperativ des Wortes cantare - also ”singet!“

In den Psalmen lateinischer Bibelübersetzungen finden wir dies zum Beispiel bei ”Singet dem Herrn ein neues Lied“ oder ”Singet, rühmet und lobet“. Selten wird das Singen im Zusammenhang mit Unglück oder Klage erwähnt, obwohl der Psalter durchaus nicht nur von Lob und Freude kündet.

Sänger kennen den Grund: Wer singt, ist ganz dicht dran an sich selbst. Körperliche Auswirkungen von Angst, Schrecken und Leid melden sich zuerst im Atemapparat - der Gesang bleibt einem sprichwörtlich im Halse stecken.

Singen ist die einfachste musikalische Lebensäußerung - und gleichzeitig die schwierigste. Verglichen mit einem Cello oder einer Trompete erzeugt ein Sänger die Luftschwingungen mit derart wenig ”Material“, dass es überaus verwunderlich ist, welche Kraft, Emotion und Dynamik die kaum 2 cm großen Stimmbänder auszulösen vermögen. Zum Sprechen allein würde dem Menschen ein wesentlich einfacheres, weniger flexibles Organ genügen; wenn aber ein Opernsänger einen richtig hohen Ton anstimmt, öffnen und schließen sich die Stimmlippen mehr als 1000 Mal pro Sekunde. So ist es nicht übertrieben, wenn Gesangssolisten von »Hoch­leistungssport« reden.

Dass Musik ohne Gesang viel ärmer wäre, wahrscheinlich gar nicht zurechtkäme, wussten die Wiblinger Bachtage von Anfang an.

Ihre Beständigkeit in mittlerweile 38 Festival-Jahren verdanken die Bachtage unter anderem der finanziellen Unterstützung vieler Ulmer und Neu-Ulmer Firmen und Privatpersonen.

Auch der Erlös für Annoncen in diesem Programmheft leistet einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung der Konzertreihe.

Für die ideelle und materielle Unterstützung danken wir der Stadt Ulm und dem Regierungspräsidium Tübingen.

Besonders hervorheben möchten wir die langjährige Kooperation mit dem Stadthaus Ulm, die dort stattfindenden Schülerkonzerte sind eine wichtige Säule der Bachtage.

Ebenso sagen wir den Katholischen Kirchengemeinden in Söflingen und in Donaustetten, der Wengengemeinde Ulm, dem Baron von Ulm zu Erbach sowie der Reformationsgemeinde Ulm herzlichen Dank für ihre entgegenkommende Gastfreundschaft.